Kerbel, grüner Frühlingsbote

Kerbel, grüner Frühlingsbote © Printemps - Fotolia.com

Kerbel bzw. der Echte Kerbel ist eine einjährige Pflanze und in Mittel- und Südeuropa sowie auf dem Balkan und im Kaukasus heimisch. Seine zarten Blättchen sind gefiedert und im Aussehen der glatten Petersilie ähnlich. Das pikant-süßliche Aroma erinnert aber durch sein leichtes Anisaroma mehr an Fenchel denn an Petersilie. Kerbel wird vor allem für Suppen, Salate und Kräuterbutter genutzt. Er ist auch Bestandteil berühmter Kräutermischungen wie der Frankfurter Grünen Sauce, die meist zu gekochtem Fleisch und Fisch, kaltem Braten oder Pellkartoffeln gereicht wird. Kerbel gehört zu den ersten Pflanzen, die im Frühling geerntet werden können, deshalb ist er traditionell Bestandteil von Gründonnerstags- und Ostergerichten.
Kräutertipp von Johannes Gutmann  vonSONNENTOR: „Kerbel verträgt sich bestens mit anderen Kräutern, deren Geschmack er betont und intensiviert - nur Basilikum und Thymian erschlagen sein zartes Aroma. Er sollte nicht mitgekocht werden, sonst wird er bitter.“
So funktioniert der Anbau: Die Aussaat erfolgt ab Mitte März bis Ende August im Freiland. Da Kerbel ein Lichtkeimer ist, muss der Samen nicht mit Erde abgedeckt werden. Die Keimzeit beträgt 14 bis 21 Tage. Nach etwa vier bis sechs Wochen ist eine erste Ernte möglich. Bilden sich Blütenstände, schneidet man diese heraus, damit die Blätter zart bleiben. Kerbel gedeiht auch gut im Blumentopf: Man legt am besten 20 Korn in einem 8 cm großen Topf aus.