Anis - Wissenswertes über das beliebteste Weihnachtsgewürz

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Diese zarte Pflanze mit den grasgrünen, fast filigranen Blättern hat schon einige Jahrtausende auf dem Buckel. Die alten Heilkundigen Asiens bauten sie ebenso an, wie die Pharaonen des Neuen Reiches (Ägypten um ca. 1500 vor Chr.). Die Herrscher des Nils bevorzugten Anis (botanischer Name Pimpinella anisum) als Nahrungsmittel für ihre Untertanen und zur Getränkeherstellung. Die Römer ließen Anis ebenfalls in riesigen Plantagen wachsen. Und das hatte seinen triftigen Grund. Die für ihre Ess-Orgien bekannten Senatoren und Kaufleute aßen nach jedem Gelage einen Gewürzkuchen, der mit viel Anis und Kümmel gebacken wurde, als Dessert. Die Römer nutzen also die verdauungsfördernden Eigenschaften von Anis, um Blähungen zu mildern und die Verdauung der sehr üppigen Speisen zu erleichtern. Und unsere Vorfahren im Mittelalter schrieben dem „süßen Kümmel“ gar manche Wunderkraft in puncto ermattetem Eheleben zu. Sie glaubten fest daran, dass das süß-aromatische Gewürz, gemeinsam genossen, die Lust aufeinander wieder ankurbeln würde.

Seine Heimat

Heutzutage wird Anis in Griechenland, Türkei, Bulgarien, Nordafrika, Südamerika, Indien und Japan angebaut. Und in Spanien gibt es die größten Anis-Plantagen. Laut Aussagen von Fachleuten liefert Spanien auch den besten.

Aussehen und Geschmack

Anis ist eine einjährige Pflanze und wird so ungefähr 60 cm hoch. Wie beim Koriander sind die Blätter am Fuß des Stängels rundlich gelappt, die oberen jedoch gespalten. Die kleinen Blüten sind gelblich bis weiß, die Blätter lassen sich zu Salaten verwenden. Das eigentliche Gewürz sind jedoch die drei bis fünf mm langen grüngelben bis graugrünen getrockneten Samen, die angenehm würzig-süß schmecken. Nach der Ernte werden die Aniskörner aus den getrockneten Dolden her ausgedroschen.

Verwendung in der Küche

Auch in unserer modernen Zeit hat er seine Beliebtheit nicht eingebüßt. Bei Anis kommt man natürlich schnell aufs Backen. Vor allem in der Weihnachtsbäckerei ist er eine ganz wichtige Zutat. Pfeffernüsse, Lebkuchen, Printen, braune Kuchen, Honigkuchen und selbstverständlich darf er in Aniskeksen und -broten nicht fehlen..

Aber auch Milchsuppen, Grießbrei, Pudding oder Obstsalate lassen sich mit Anis hervorragend abrunden. Einige wenige junge Anisblätter sind eine würzige Zutat in grünen Salaten. Und Frischkäse mit gemahlenem Anis angemacht ist ein Gaumenschmaus.

Und wer’s gerne ganz pikant mag, der gibt einen Hauch Anis in die Füllungen für Gänse und Puter. Und eingemachte Pflaumen mit Anis lassen – im Winter genossen – an den Spätsommer erinnern.

Der beschwipste Anis

Eine tragende Rolle spielt Anis bei der Herstellung von alkoholischen Getränken. Frankreichs Pernod, Griechenlands Ouzo und der Raki aus der Türkei sind der allerbeste Beweis dafür.

In der Medizin

Medizinisch gesehen hilft Anis bei Magenverstimmungen, lindert quälenden Husten und wer unter Schlafstörungen leidet, der wird dank Anis schnell ins Land der Träume gelangen.

Im Garten

liebt Anis einen sonnigen geschützten Ort. Der Boden muss gut entwässert und nährstoffreich sein. Und im Frühjahr sollte ausgesät werden. Zwei weiße Blütendolden Pro Stängel sind des Gärtners Belohnung. Der Samen kann dann einen Monat später abgenommen werden.